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Packet Radio

Seit dem 1. Oktober 1994 wurde auf den CB-Kanälen 24 und 25 die Betriebsart Datenübertragung freigegeben, von den neu genehmigten Kanälen sind nun ebenfalls einige speziell für Packet-Radio reserviert. Dies bedeutet eine enorme Erweiterung der Möglichkeiten Ihres Hobbys. Also ist jetzt auf den Kanälen 24/27.235 - 25/27.245 - 52/26.675 - 53/26.685 - 76/26.915 - 77/26.925 Packet-Radio erlaubt.

Praktisch bei jedem interessierten CB-Funker steht ein Computer zuhause. Nun können Sie über Funk Daten mit anderen CB-Funkern austauschen und das ohne zusätzliche Gebühren!

Im Amateurfunk hat die digitale Datenübertragung schon vor einigen Jahren eine technische Revolution ausgelöst. Es wurden Verfahren und Geräte entwickelt, die speziell für die Funk-Datenübertragung geeignet sind und mit sehr geringem Aufwand an jedes Funkgerät angeschlossen werden können. Es hat sich gezeigt, dass das international verbreitete "Packet-Radio" für diese Zwecke optimal eingesetzt werden kann.

Packet-Radio mit 1200 Baud Schrittgeschwindigkeit hat sich als Übertragungsverfahren für CB-Funk als optimal herausgestellt und ist heute praktisch die einzige digitale Betriebsart von Bedeutung. Es existiert eine grosse Zahl von Stationen, die in Packet-Radio erreichbar sind. Außerdem nutzt man die vielen Digipeater und Mailboxen, aus denen man interessante Nachrichten auslesen kann und in denen auch Nachrichten an andere Funkfreunde gespeichert werden.

Lesen Sie hier, was man mit Packet-Radio alles machen kann!

Packet-Radio wurde 1981 in Tucson Arizona erstmals vorgestellt. Eine Gruppe von Funkamateuren hatte ein Verfahren entwickelt, mit dem man auf einfache Art Daten per Funk übertragen kann.

Was ist Packet-Radio?

Packet-Radio ist ein Verfahren, mit dem man über Funk Daten senden und empfangen kann. Die Daten werden meist über einen Computer eingegeben, der Packet-Radio-Controller erzeugt daraus Töne, die per Funk übertragen werden können. Der Packet-Radio-Controller der Gegenstation empfängt diese Töne und wandelt sie wieder in computerlesbare Daten um. Die Daten werden dabei nicht kontinuierlich gesendet, sondern zu Paketen zusammengefasst, daher der Name 'Packet-Radio'.

Viele Stationen arbeiten auf einer Frequenz

Mit jedem Datenpaket wird (außer den eigentlichen Nutzdaten) noch das Rufzeichen des Absenders und des Empfängers übertragen. Dadurch ist es möglich, dass mehrere Packet-Radio Verbindungen auf derselben Frequenz stattfinden ohne sich zu stören: Jeder Empfänger sucht sich aus der Vielzahl der mitgehörten Pakete nur diejenigen heraus, die für ihn bestimmt sind. Jeder Sender prüft, bevor er sendet, ob die Frequenz frei ist. Dadurch werden Kollisionen vermieden und die Frequenz kann für viele Benutzer gleichzeitig genutzt werden.

Übertragungsfehler sind ausgeschlossen

In den Datenpaketen sind Prüfsummen enthalten, die es ermöglichen, Übertragungsfehler zu erkennen. Nur 100% fehlerfreie Pakete werden vom Empfänger akzeptiert und auf dem Bildschirm angezeigt. Richtig empfangene Pakete werden bestätigt. Unbestätigte Pakete werden so lange wiederholt, bis sie fehlerfrei beim Empfänger angekommen sind.

  

Grosse Reichweite durch Digipeater

Der Packet-Radio-Verkehr kann direkt zwischen zwei Funkpartnern stattfinden. Zusätzlich können die Datenpakete jedoch auch über mehrere Zwischenstationen ("Digipeater") weitergereicht werden, was die Reichweite enorm vergrössert. Beim klassischen 'digipeating' kann ein Datenpaket über bis zu 7 Zwischenstationen weitergereicht werden bis es beim Empfänger ankommt.

Das Packet-Radio-Netz

Was im Amateurfunk schon lange gebräuchlich ist wird nun Schritt für Schritt auch im CB-Funk verwirklicht: Die Packet-Radio-Knoten (Digipeater) werden vernetzt, durch intelligente Netzwerksoftware baut sich automatisch ein leistungsfähiges Datennetz auf, das von Jedermann benutzt werden kann.

  

Verbreiteter Standard

Packet-Radio wird seit über 10 Jahren im Amateurfunk weltweit verwendet und hat sich bewährt.

Einfacher Anschluss

Der Anschluss eines Packet-Controllers an das CB-Funkgerät erfolgt ohne Eingriff in das Gerät über die Mikrophon- und Lautsprecherbuchse. Nur 4 Leitungen sind nötig: Masse, Mikrophon, Lautsprecher und Sprechtaste.

Packet-Radio Modulation

Für FM-Funkgeräte ist die 'AFSK-Modulation' (Audio Frequency Shift Keying) gebräuchlich. Ein NF-Ton wird in der Frequenz umgetastet und mit einem normalen FM-Funkgerät übertragen. Man verwendet die Bell 202 Norm mit den Tonfrequenzen 1200 und 2200 Hz. Vorteil: einfachster Anschluss an der Mikrophon- und Lautsprecherbuchse. Jedes FM-CB-Funkgerät ist geeignet, es sind keine Eingriffe ins Funkgerät notwendig. Es genügt, wenn man sich ein passendes Verbindungskabel zwischen dem Mikrophonanschluss des Funkgeräts und dem Packet-Radio-Controller anfertigt, das mit den Signalen 'Mikrophon', 'Lautsprecher', 'PTT' und Masse belegt ist.

Die Übertragungsgeschwindigkeit bei Packet-Radio beträgt Üblicherweise 1200 Baud bzw. 1200 Bit/sec., das entspricht etwa 150 Zeichen pro Sekunde.


Für Einsteiger: Was brauche ich für Packet-Radio

1. Sie brauchen ein Funkgerät.Für den 1200 Baud Betrieb eignet sich praktisch jedes FM-CB                 Funkgerät. Der Packet-Radio-Controller wird an die Mikrophon- und Lautsprecherbuchse                         angeschlossen. Geräte, bei denen das Mikrophon fest angeschlossen ist, oder bei denen neu ein            eingebautes Mikrophon verwendet wird (Handfunkgeräte ohne Anschlußmöglichkeiten für externe            Microphone) sind nich geeignet.

2. Sie brauchen einen Computer. Packet-Radio-Modems können mit jedem Computer betrieben                       werden, der eine serielle Schnittstelle (RS232, V24) besitzt. Ideal sind IBM-kompatible (PC, AT, 386,                486 etc.), Laptops, Notebooks etc.. Genau so gut lässt sich ein Atari-ST oder Amiga anschließen.                    Für alle diese Rechner sind Terminalprogramme verfügbar, mit denen man sehr komfortabel Daten                     senden und empfangen kann.

3.Sie brauchen einen Packet-Radio-Controller. Der Packet-Radio-Controller kontrolliert den korrekten             Aufbau der Datenpakete und analysiert die empfangenen Pakete. Er wird über die serielle Schnittstelle              angeschlossen, am Funkgerät verwendet man die Anschlüsse Mikrophon, Lautsprecher und PTT.


Was man mit Packet-Radio alles machen kann...

Täglich um 20 Uhr trifft sich Peter mit seinem Funkfreund Michael auf Kanal 25. Die Unterhaltung erfolgt schriftlich: Beide sitzen vor dem Computer und lesen die Nachrichten der Gegenstation auf dem Bildschirm.

Im Katalog hat Peter eine Werbung für eine neue Antenne gesehen. Wer hat schon Erfahrung mit diesem Modell gemacht? Er nimmt Verbindung zur Mailbox auf und sucht in der Rubrik "Antennen" nach Informationen. Zusätzlich schreibt er in die selbe Rubrik eine Anfrage: "Wer hat Erfahrungen mit der XYZ-Antenne...". Einige Tage später findet er Antworten auf seine Frage in der Box.

Peter ist begeisterter Motorradfahrer. Er richtet in seiner lokalen Mailbox die Rubrik "Motorrad" ein. Dort können sich alle Sportfreunde über dieses Hobby informieren und Nachrichten speichern, z.B. über Veranstaltungen, Ausflüge, Technik etc. Neu eingespeicherte Informationen sind ohne Verzögerung abrufbar.

Für Packet-Radio braucht man kein besonderes Funkgerät. Peter verwendet ein billiges FM-Funkgerät und schließt den Packet-Controller einfach an der Mikrophonbuchse an.

Peter gibt eine Clubzeitschrift heraus. Sein Freund Ralf hat auch einen Artikel geschrieben und sendet die Datei per Funk an Peter, der den Text sofort in das Dokument einbaut.

Zwischen Peter und Christa ist eine Funkverbindung meist nicht möglich: Die Entfernung ist zu groß, außerdem sind beide durch eine Anhöhe getrennt. Da jedoch auf dem Berg eine CB-Station mit Packet-Radio arbeitet, ist das kein Problem: Peter kann 'via' die Relaisstation mit Christa schreiben.

Peter hat eine Packet-Radio Funkverbindung mit Franz. Marc beobachtet auf seinem Bildschirm den Funkverkehr zwischen den beiden und schaltet sich in die Verbindung ein, indem er zu Peter und Franz eine Verbindung startet. Jetzt können alle drei miteinander schreiben.

Werner möchte immer über alles informiert sein. Mit seinem Packet-Radio-Controller und einem PC-Programm liest er den Funkverkehr der benachbarten Packet-Stationen mit und speichert die Texte auf Diskette. Er kann sie dann später abrufen und auslesen.

Herbert ist Packet-Radio-Neuling. Nachdem er seinen Packet-Controller eine Stunde im Empfangsbetrieb laufen hat, ruft er die Liste der gehörten Stationen ab und ist im Bilde, wer wann auf der Frequenz gefunkt hat. Er sucht sich eines der Rufzeichen aus der Liste aus und startet eine Datenverbindung.

Beim Sprechfunk ist es oft störend, wenn mehrere Stationen zur gleichen Zeit auf der selben Frequenz arbeiten. Bei Packet-Radio ist das kein Problem: Es kommen nur diejenigen Daten auf den Bildschirm, die für den Empfänger bestimmt sind. Ist der Kanal stark belegt, dann dauert die Übertragung etwas länger, aber Übertragungsfehler sind praktisch ausgeschlossen.

Zur Übertragung größerer Datenmengen verwendet man Programme, die die Dateien komprimieren. Textdateien werden dabei auf ca. 30% ihrer ursprünglichen Größe verkleinert und können beim Empfänger wieder 'entpackt' werden, ohne dass Daten verlorengehen. Zusätzlicher Vorteil: wenn ein unerwünschter Mithörer nicht alle Daten fehlerfrei mitschreiben konnte, dann kann er die komprimierten Dateien meist nicht wieder lesbar machen.

Peter hat einen Laptop-Computer mit einem Packet-Radio-Controller im Auto eingebaut. Er kann so auf Dateien zugreifen, die er zuhause im PC gespeichert hat. Von zuhause aus kann man ihm per Datenfunk Nachrichten ins Fahrzeug senden.

Digitalisierte Bilder können als Computerdateien gespeichert und mit Packet-Radio übertragen werden.

Peters Packet-Radio-Controller ist rund um die Uhr in Betrieb. Er kann jederzeit Nachrichten empfangen und speichern, außerdem wird er von benachbarten Stationen als Relaisstelle benutzt. Der Stromverbrauch des Packet-Controllers entspricht dem des S-Meter-Glühbirnchens im Funkgerät.

Viele Stationen haben ein intelligentes, selbstkonfigurierendes Packet-Radio Netz aufgebaut. über Kanal 46 stehen alle diese Stationen ständig in Verbindung, über Kanal 26 kann man einen der Knoten connecten und erreicht dann jede andere Station im Netz. Durch das intelligente Autorouting der TheNet und ThreeNet Knoten im Netz werden Lücken bei Ausfall eines Netzknotens durch automatische Wegesuche und Optimierung geschlossen.

Es gibt noch tausend andere Möglichkeiten, einen Packet-Controller einzusetzen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.