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Reichweiten der Funkübertragung

Bei der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen im Raum unterscheidet man zwischen Bodenwelle und Raumwelle (Bild 7-4). Die Bodenwelle folgt der Erdkrümmung. Sie wird von der Leitfähigkeit des Erdbodens und der Beschaffenheit der Erdoberfläche (Hügel, Berge, Bebauung, Bewuchs usw.) beeinflusst.



Die Raumwellen folgen nicht der Erdkrümmung, sie pflanzen sich geradlinig fort. Dabei erfolgt an bestimmten Luftschichten der lonosphäre eine Reflexion. Auch Mehrfachreflexion ist möglich, wodurch auf der Erde sehr große Entfernungen überbrückt werden können. Für den CB-Funkbereich mit einer Wellenlänge von ca. 11 m gelten die Ausbreitungsbedingungen für Kurzwellen.

Reichweiten im Nahbereich

Im Nahbereich bis ca. 50 km erfolgt die Funkübertragung durch Bodenwellen oder aber durch direkt empfangene Raumwellen über optische Sichtentfernungen (Bild 7-5). Der Einfluß der Tages- und der Jahreszeit auf die Reichweite ist hier nicht nennenswert. atmosphärische Störungen spielen im Nahbereich keine überragende Rolle, dafür aber um so mehr technische Störquellen wie Kraftfahrzeuge, Bahnen, industrielle und medizinische HF-Generatoren und Fernsteuerungen (die im gleichen Frequenzbereich arbeiten). Aus den genannten Gründen ist die Reichweite in dicht bebauten Stadtgebieten besonders gering (Gruppe 1).


In ländlichen Gebieten mit ebener bis leicht hügeliger Bodenbeschaffenheit werden mittlere Reichweiten erzielt (Gruppe 2). Über freie Wasserflächen und auf optische Sicht, z. B. von hohen Gebäuden und vor allem von Berggipfeln aus sind die größten Reichweiten im Nahbereich zu erzielen (Gruppe 3). Obwohl die zulässige HF-Leistung aller Sprechfunkgeräte in der Bundesrepublik Deutschland 4 W beträgt, so gibt es doch Reichweitenunterschiede, die durch bessere Antennenanlagen bei Mobilgeräten und noch bessere Empfänger und Antennen bei Feststationen bedingt sind.
 


Reichweiten im Fernbereich, DX-Verbindungen

Zu bestimmten Zeiten, gut empfangbare Stationen aus Italien und anderen europäischen Ländern beweisen, dass auch beim CB-Funk Fernverbindungen möglich sind. Fernverbindungen werden in der Sprache der Funker DX-Verbindungen genannt. Allerdings sind hierzu in der Regel bessere Antennen, wie z.B. Richtantennen oder gute auf dem Dach installierte Feststationsantennen notwendig. Eine DX-Verbindung mit bei uns zulässigen Geräten ist nur unter sehr günstigen Voraussetzungen möglich. Nur die Raumwellen sorgen für derartige, manchmal sogar weltweite Verbindungen. Die Raumwellen werden an elektrisch geladenen Luftschichten der lonosphäre in 80...800 km Höhe reflektiert und auf die Erdoberfläche zurückgeworfen (Bild 7-7). Eine einmalige Reflexion gestattet Reichweiten von ca. 4000 km. Es gibt auch Mehrfachreflexion, über die sich noch wesentlich grössere Entfernungen überbrücken lassen. Die Beschaffenheit der reflektierenden Luftschichten in großer Höhe hängt von der Sonneneinstrahlung und der Sonnenaktivität (Sonnenflecken) ab. Deshalb sind sehr große tageszeitliche und auch jahreszeit-

liche Unterschiede zu verzeichnen. DX-Verbindungen sind im 11-m-Band nur während der Tageszeit möglich (vor allem in den Mittagsstunden). Der Ausbreitungsweg muß auf der Tagseite der Erde verlaufen. Morgens sind also z. B. fernöstliche Stationen zu erreichen und abends amerikanische. In den Sommermonaten sind die Bedingungen in der Regel günstiger als im Winter. Im Januar und Februar werden aber manchmal DX-Verbindungen nach Südafrika gemeldet, wo zu dieser Zeit Sommerbedingungen herrschen. Bei maximaler Sonnenfleckenaktivität ist das Band im Sommer bis in die späten Abendstunden, ja sogar bis Mitternacht brauchbar. In Zeiten des Sonnenfleckenminimums sind DX-Verbindungen kaum möglich.

Gelegentlich kommen auch Verbindungen über mittlere Entfernungen von 500...2000 km zustande. Ursache hierfür sind ionisierte Felder in der E-Schicht. Sie werden Kurzsprung- oder Shortskip-Verbindungen genannt. Zwischen den Bereichen sind ausgedehnte tote Zonen (Bild 7-9) vorhanden. DX-Verbindungen sind sehr anfällig für atmosphärische Störungen. Bei stark und schnell schwankenden Ausbreitungsbedingungen treten Feldstärkeschwankungen, Phasenverschiebungen und Verzerrungen der Modulation auf, die sich durch Lautstärkeaenderungen und Unverständlichkeit des Signals bemerkbar machen können. Diese Fading oder Schwund genannte Erscheinung wird durch eine automatische Verstärkungsregelung des Empfängers zum Teil ausgeglichen. Leider arbeiten viele ausländische Stationen mit SSB, so daß das Abhören nur über einen hochwertigen Kurzwellenempfänger mit SSB Empfangsmöglichkeit zu verwirklichen ist. Eine Sprechfunkverbindung mit unseren CB-Funkgeräten ist dann nicht möglich. Über die Zulassung von SSB in Deutschland wird zur Zeit noch diskutiert.